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Turboalge produziert Wasserstoff
Steigende Ölpreise, Diskussionen um Feinstaub-Russpartikel durch die Nutzung fossiler Brennstoffe, ansteigende Kohlendioxid-Konzentration in der Atmosphäre und weltweite Umweltkatastrophen werden mit dem Treibhauseffekt in Verbindung gesetzt. Diese Situation ruft nach alternativen Methoden der Energiegewinnung als attraktive Alternative zu den klassischen Energieträgern Erdöl, Kohle und Erdgas.
Der inzwischen patentierte Stamm "Stm6" gehört zu einer einzelligen und mit zwei Schwimmgeißeln bestückten Grünalgenart. Pro Liter Kultur und Stunde produziert er bis zu 4 Milliliter nahezu reinen Wasserstoffs, berichten die Forscher. Ihrer Ansicht nach „stellt Stm6 einen wichtigen Schritt hin zur Entwicklung künftiger, solargetriebener Wasserstoff-Produktionssysteme dar“. Kaum zu glauben – Wasserstoff ist ein Abfallprodukt
Dank eines ausgeschalteten Mitochondrien-Kontrollgens legt „Stm6“ besonders umfangreiche Stärkevorräte an. Gleichzeitig produzieren die Zellen selbst nur wenig Sauerstoff, der die Hydrogenasen hemmen würde. Und nicht zuletzt stehen diesen Enzymen mehr Elektronen für die Wasserstoffproduktion zur Verfügung, da ein konkurrierender Prozess, der zyklische Elektronentransport, bei „Stm6“ weniger gut arbeitet. Zurzeit basteln Kruse und seine Kollegen an den ersten Bioreaktoren für die Gewinnung von „grünem Wasserstoff“. Probleme bei der Etablierung einer entsprechenden Wasserstoffwirtschaft bereitet derzeit vor allem die Speicherung des leicht flüchtigen Gases. Mit Hilfe von Chlamydomonas reinhardtii könnten diese Probleme vielleicht schon bald der Vergangenheit angehören.
weiter: Natürliches Solarkraftwerk – der Vandasee in der Antarktis
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