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Seemannsgarn oder Realität? Der Kaventsmann
Ein spektakuläres Naturphänomen, das bis vor kurzem als reines Phantasieprodukt betrachtet wurde, ist der so genannte Kaventsmann. Das kommt von „Konventsmann“ für Mönch und bedeutet „dickleibiger Mann“, weil man sich so Mönche vorstellte.
Satellitenaufnahmen haben jetzt den Beweis geliefert: Es gibt die ungeheuren Wogen, und zwar treten sie sogar viel öfter als gedacht auf. Mehr als 200 Supertanker und Containerschiffe, allesamt mehr als 200 Meter lang, sind nach Zahlen der Europäischen Raumfahrtagentur ESA in den vergangenen 20 Jahren auf den Weltmeeren gesunken. Einige von ihnen könnten Kaventsmännern zum Opfer gefallen sein: Riesenwellen, die Höhen von 30, manchmal auch 50 Metern erreichen können - das zumindest berichteten Seeleute, die eine Begegnung mit einem solchen Monster überlebt haben.
"Die beiden Vorfälle ereigneten sich weniger als tausend Kilometer voneinander entfernt", erklärt Wolfgang Rosenthal, Wissenschaftler am GKSS Forschungszentrum in Geesthacht. "Bei der 'Bremen' fiel die komplette Elektronik aus, während sie parallel zu den Wellen im Wasser trieb. Während des Ausfalls dachte die Mannschaft schon, dass vielleicht ihr letztes Stündlein geschlagen haben könnte." Das gleiche Phänomen könne für den Untergang vieler Schiffe verantwortlich sein, glaubt der Forscher. "Im Durchschnitt sinken jede Woche zwei große Schiffe. Aber die Ursachen werden nie so gründlich untersucht wie zum Beispiel bei einem Flugzeugabsturz - es heißt dann immer nur 'schlechtes Wetter'." Zwar sind Wissenschaftler angesichts zuverlässiger Messungen wie denen von der "Draupner" inzwischen davon überzeugt, dass es die Monsterwellen tatsächlich gibt. Allerdings zeigten bisherige Statistiken, dass große Abweichungen vom normalen Seegang äußerst selten sind und im Schnitt nur alle 10.000 Jahre vorkommen sollten. Offenbar irrt die Statistik an dieser Stelle gewaltig.
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