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16.02.2004

Neue Hilfe gegen Herzinfarkt und Co



Foto: Micromedical

Mit einem neuen Gerät lässt sich oxidativer Stress, die Hauptursache für Herzinfarkt, Krebs und andere Krankheiten, innerhalb von Minuten messen. Fix in der Apotheke erledigt, fast so einfach wie Blutzucker bestimmen.

 

von Ariane Eppstein

 

Sabine Zeeck, von der Vitapharm-Apotheke in Hamburg will es genau wissen. Sie testet das neue Gerät Form über mehrere Wochen. Ein kleiner Pieks in den Finger, etwas Blut für das Messen aufnehmen und nach zehn Minuten ist das Ergebnis da.

Das neue an diesem Messverfahren ist, dass ein Tropfen Blut aus der Fingerspitze genügt. Früher musste ein Arzt mit einer Spritze Blut abnehmen, es in ein Labor schicken und nach etwa einer Woche hatte man das Ergebnis, für 15 bis 90 Euro.

Jetzt kann man in der Apotheke auf das Ergebnis warten und muss nur noch knappe 15 Euro pro Messung bezahlen. „Wenn das so schnell geht und nicht mehr so teuer ist, dann werden mehr Leute zum Messen des oxidativen Stresses kommen.“, davon ist Zeek überzeugt.

Was ist oxidativer Stress eigentlich? In uns entstehen und vergehen ständig sehr aggressive Teilchen, die unter anderem dem Immunsystem dabei helfen eindringende Krankmacher zu vernichten. Normalerweise hält unser Körper sie gut in Schach, aber manchmal kippt das Gleichgewicht und es werden zu viele. Dann schießen diese kleinen Rambos über das Ziel hinaus und greifen auch gesunde Zellen an, oxidieren sie, machen sie kaputt.

Das kann geschehen, wenn wir unter Stress stehen: zu wenig schlafen, zu viel arbeiten, zum Mittagessen schnell eine Bratwurst hinunterschlingen, rauchen, Medikamente einnehmen und uns abends schon mal ein Bierchen mehr gönnen als gut wäre. „Im Alltag komme ich oft nicht dazu mein Mittagessen in Ruhe zu genießen, alles muss immer schnell gehen“, erzählt Sabine Zeeck.

Nur einmal den oxidativen Stress messen bringt jedoch nichts, das gibt nur eine Momentaufnahme und sagt nichts darüber aus, wie sich der Wert verändert, ob er ansteigt oder sinkt. Dazu sollte der Test nach etwa vier bis sechs Wochen wiederholt werden.

Meist bieten Apotheken mehrfaches Messen des oxidativen Stresses als Paketpreis an. Oft zusammen mit Empfehlungen zum sinnvollen Sporttreiben oder mit einer Beratung über nützliche Änderungen der Essgewohnheiten.

Viel Gutes für den Körper steckt in einer Portion Salat oder Rohkost. Daher empfiehlt die Deutsch Gesellschaft für Ernährung (DGE): „Mehr Obst und Gemüse essen, denn das ist wahrscheinlich eine der effektivsten Möglichkeiten zur Krebsprävention durch Nahrung.“ Oft reicht zum Ausgleich eine Extraportion Früchte am Tag.

„Unser Obst ist heute nicht mehr so reich an Vitaminen, wie früher“, gibt Dr. Bodo Kuklinski vom Diagnosezentrum für Umweltmedizin in Rostock zu bedenken. Das jedoch sieht Professor Helmut Heseker, Ernährungswissenschaftler an der Uni Göttingen, anders: „Solche Pauschalwarnungen spiegeln keineswegs die Vitaminversorgung der Menschen in Deutschland wider und verunsichern die Verbraucher sehr.“ Im Gegenteil sei heute, so die DGE, der Vitamingehalt der Nahrung bei normaler Mischkost deutlich höher als in der vermeintlich guten alten Zeit.

Abwechslungsreiche Ernährung und vitaminreiche Kost liefert dem Körper alles, was er zum gesunden Leben braucht. Dann ist er auch gut gewappnet gegen Stress. „Zuerst war mein Stressfaktor noch sehr hoch, jetzt tue ich was dagegen und habe den Wert schon ein bisschen heruntergedrückt“, erklärt sie nicht ohne Stolz. Die Lebensqualität der jungen Apothekerin steige gleichzeitig an.

Und nicht nur die: Wer ständig unter hohem oxidativen Stress leidet, der riskiert irgendwann den Gesundheitskollaps. Regelmäßiges Messen und gezieltes Gegensteuern können die Rettung vor dem Herzinfarkt sein.
Sabine Zeeck hat sich vorgenommen den freien Radikalen hartnäckig auf der Spur zu bleiben: „Ich messe regelmäßig meinen oxidativen Stress und nehme ein Kombi-Vitaminpräparat um wieder ins gesunde Gleichgewicht zu kommen.“ Dabei will sie bleiben und hofft auf mehr Lebensqualität. Und ihr Chef auf gute Umsätze.

 

Ariane Eppstein

ist Biologin und studiert den Zusatzstudiengang Wissenschaftsjournalismus an der Freien Universiät Berlin

Der Beitrag entstand im Rahmen eines Seminars für Online-Journalismus im WS 03/04 an der Freien Universität Berlin, Inst. f. Publizistik.

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Hintergrundinfo:

Wie gefährlich freie Radikale wirklich sind und was man dagegen tun kann.

Mehr im Internet

Website mit viel Info und weiteren Links: Do free radicals have a damaging effect on human cells?



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